Lavilledieu

Das Dorf Lavilledieu und seine Weine liegen bei Aubenas, einer Stadt in Frankreich im Département Ardèche der Region Rhône-Alpes. Am Rande der Garide und nahe Aubenas (10 Minuten) und Vallon Pont d'Arc (25 Minuten) gelegen, ist Lavilledieu ein solch zurückgezogener und abseits gelegener Ort in der Provence, dass man nie auf den Gednken käme, seinen Provence-Urlaub in Lavilledieu zu buchen oder Ferien in Lavilledieu zu machen. Reiseführer Südfrankreich und Weinführer Provence lassen Lavilledieu denn auch weitgehend links liegen und man muss genauer hinsehen, wenn man die Vorzüge von Wein aus Lavilledieu oder die Vorteile eines Urlaubsaufenthaltes in Lavilledieu suchen und finden will.

Schauen wir also, was dem Provence-Reisenden in Lavilledieu geboten wird bzw. was man bei Reisen nach Lavilledieu entdecken kann. Wörtlich übersetzt heisst "La Ville Dieu" nämlich viel versprechend "Die Stadt Gottes".

An der Nationalstraße RN 102, in der Nähe von Lavilledieu, liegt die „Auberge Rouge“, ein Wirtshaus, dass Honoré de Balzac zu seiner gleichnamigen Erzählung im Jahre 1831 inspirierte. Die Auberge Rouge, die auch L´Auberge de Peyrebeille genannt wird, ist eine ehemalige Herberge auf einem Hochplateau der Ardèche in 1265 m Höhe bei der Gemeinde Lanarce. Unabhängig von Balzacs Erzählung sind genau hier, im Departement Ardeche in der Region Rhône-Alpes und an der Grenze zu dem Departement Haut-Loire und der Region Auvergne und Languedoc-Roussillon, schaurige Geschichten geschehen. So erzählt man sich in der Gegend, dass in der Zeit zwischen 1807 und 1833 dreiundfünfzig Reisende von dem Wirt Pierre Martin, seiner Frau Marie Martin geb. Breysse und dem Hausangestellten Jean Rochette umgebracht und dann ausgeraubt wurden. Sicher ist, dass am 2. Oktober 1833 die Wirtsleute Martin und ihr Gehilfe Rochette mit der Guillotine im Hof der Herberge hingerichtet wurden und bis zu 30.000 Zuschauer bei dem Schauspiel anwesend gewesen sind.

Lavilledieu, am Rande der Garide und nahe Aubenas (10 Minuten) meit seinen guten Einkaufsmöglichkeiten gelegen, bietet ganz in der Nähe ein weiteres Hilghlight: Vallon Pont d'Arc, die vom Flusslauf der Ardeche in die Felsen geformte natürliche Brücke, ist nur 25 Minuten von Lavilledieu entfernt und lohnt einen Besuch, so wie die gesamte Umgebung sich für Wanderungen, Fahrradtouren oder Mountainbiking sowie für märchenhafte Kanu- oder Bootstouren empfiehlt.

Der Fußabdruck des Menschen ist in der Vorgeschichte von vielen Dolmen markiert worden. Ein gallo-römisches Lager, genannt "Camp Caesar" markiert die Besetzung des Gebiets durch die Römer. Im dem fünften Jahrhundert wurde die Kirche Saint-Martin Bayssac erbaut. Es gibt nur wenige Materialien die wiederverwendet werden, ein bedeutender Stein wurde an den Grenzen der Gemeinde entdeckt. Im X. Jahrhundert gründete der Benediktiner von Wien (Isère) ein Kloster, dessen Bau durch Spenden von Bertrand de Vogue ermöglicht wurde. Gegen Ende des vierzehnten Jahrhunderts wurden die Befestigungsanlagen von Lavilledieu ausgebaut und befestigt, um das Dorf vor den Auswüchsen des Hundertjährigen Krieges zu schützen. Während der Religionskriege wurde das Dorf erneut angegriffen und der Turm als Strafe abgerissen und viele Männer von königlichen Truppen (1670) getötet. Später gab die Seidenraupenzucht den Einwohnern ein mageres wirtschaftliches Auskommen in dieser wasserarmen Landregion rund um Lavilledieu. Heute muss man in Lavilledieu weder hungern noch dürsten: Die Restaurants in Lavilledieu, Restaurant Le Portail, Restaurant l’Heure Bleue und Hôtel Restaurant Les Persèdes bieten eine evolutive und regional-typische Küche.

Der passende Wein zum Essen reift in Lavilledieu direkt vor der Tür. Die Appellation Lavilledieu gehört zur Wein-Region Sud-Ouest, wenn auch an deren östlichster Stelle. Weine aus Lavilledieu (Vins Lavilledieu) sind Rotweine oder Roseweine, die überwiegegend aus Trauben der roten Rebsorte Négrette oder auch aus Rebsorten wie Syrah, Cabernet Franc, Fer Servadou, Milgranet, Tannat und Gamay gewonnen werden. Die kleine Weinappelation erzeugt lediglich 2600 Hektoliter rote Weine und 160 Hl Roséwein.
Weitere Appellationen im Weingebiet Sud-Ouest sind Bergerac mit Monbazillac, Montravel, Pécharmant und Saussignac, Buzet, Béarn, Cahors, Côtes du Brulhois (VDQS), Côtes de Duras, Côtes de Millau (VDQS), Côtes du Marmandais, Côtes de Saint-Mont, Côtes du Frontonnais, Vins d’Entraygues et du Fel (VDQS), Vins d’Estaing (VDQS), Gaillac, Irouléguy, Jurançon, Lavilledieu, Madiran, Marcillac, Pacherenc du Vic-Bilh und Tursan.